Der Alltag im roemischen Reich

Wie die Athener des 5. Jahrhunderts v. Chr. verbrachten auch die römischen Männer im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. wenig Zeit zu Hause. Die römischen Frauen aller Schichten genossen allerdings sehr viel mehr Freiheiten. Obwohl sie stärker ans Haus gebunden waren als die Männer, durften Frauen alleine ausgehen und mit ihren Ehemännern und Gästen zusammen am Tisch sitzen.

Die Geburt eines römischen Kindes war von Ritualen begleitet, wahrscheinlich aus dem Grund, weil Fehlgeburten so häufig waren. Der Vater hatte das Recht, das Kind zu verstossen. Es ghörte zum damaligen Leben, dass ungewollte Babys zum sterben ausgesetzt wurden. Am achten Tag nach der Geburt wurden den Mädchen Namen gegeben, am neunten den Jungen. Männer hatten zwei Namen, oft auch drei, wobei der zweite immer der Familienname war. Zu Zeiten der Republik hatten Frauen einen einzigen Namen, nämlich den der Familie. Im Kaiserreich trugen Frauen im allgemeinen zwei Namen, wovon der erste der Familienname und der zweite Name entweder derjenige ihres Vaters oder ihrer Mutter war. Innerhalb von 30 Tagen wurde die Geburt im Tempel des Saturn registriert.

Erziehung

Die Kinder, die eine Ausbildung erhielten, besuchten drei unterschiedliche Schulen: Die Grundschule, die Grammatikschule und die Rhetorikschule. Im Alter zwischen 7 und 14 besuchten Mädchen und Jungen aus den unteren Schichten die Grundschule, wo man ihnen Lesen, Schreiben und Rechnen beibrachte. Diese Schulen waren privat und der Unterricht wurde in Portiken oder an anderen öffentlichen Plätzen abgehalten.Die grosse Exedra des Trajansforums diente z. B. als Unterrichtsraum. Die reichen Kinder wurden zu Hause von einem Privatlehrer unterrichtet.

Erwachsenwerden

Zu einem passenden Zeitpunkt im Alter von 14 bis 19 feierte jeder römische Jüngling offiziell sein Volljährigkei, meistens am 17. März, zum Fest der Liberalia. Seine Familie feierte mit ihm. er widmete den Hausgöttern die Kleider seiner Kindheit und kleidete sich in eine neue weisse Männertoga (toga virilis), die seinen Status als Bürger anzeigte. Seine Familie begleitete ihn zur Registratur im Tabularium und von dort zu weiteren Zeremonien ins Forum. Am Abend gab es meistens für die Familien und Freunde ein grosses Essen. Wenn der Sohn heiratete, bezog er ein neues Haus, aber er blieb sein Leben lang der Autorität seines Vaters unterstellt.

 

Männerkleidung

Römische Kleidung ähnelte der grieschichen sehr. Die Tunika war das Kleidungsstück für alle. Tuniken bestanden meistens aus zwei rechteckigen Wolltüchern, die an den Schultern verbunden wurden und bis zu den Knien hinunterhingen. Die meisten waren aus ungefärbter Wolle und hatten deswegen eine Farbe wie Haferbrei. Die Tunika wurde in der Taille durch einen Gürtel zusammengehalten. Wohlhabende trugen eine längere Tunika. Das berühmteste Kleidungsstück der Männer war die Toga, die über der Tunika getragen wurde. Allen freigeborenen war es gesetzlich erlaubt, eine Toga zu tragen. Meisten trugen aber nur Männer aus der Oberschicht die Toga als Zeichen einer offiziellen Mission: Magistrate und Senatoren legten sie an, wenn sie ihre Staatspflichten erfüllten.

  Eine rot gesäumte Senatorentoga. Sie wurde an der Linie A bis B gefaltet und über die linke Schulter drapiert, so dass A auf den linken Fuss fiel; der Rest der Toga wurde um den Rücken geschlungen, unter den rechten Arm hindurch und zurück über die linke Schulter geführt. Dann wurde der Stoff von C bis E nach vorne gezogen.

 A. eine hochgezogene Tunika für Arbeiter

B. Eine Tunika und ein pallium.

C. Eine Tunika und eine Toga

D. Eine paenula (Kapuzenmantel)

E. Eine beschlagene Sandale, für Soldaten und Arbeiter

F. Ein beschlagener Stiefel

 

   Ein typischer Männerhaarschnitt des frühen Kaiserreiches

 

 Die Frau im römsichen Weltreich

 

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