Große Kaiser Roms

 

 Caesar  Nero  Marc Aurel
 Augustus  Trajan  Diokletian
 Tiberius  Hadrian  Konstantin

ars mundi - Die Welt der Kunst im Internet

 

Caesar *100 v. Chr. + 44 v. Chr.

Julius Caesar wurde 59 v. Chr. Konsul und ging 58 v. Chr. fünf Jahre als Prokonsul nach Gallien.

Von 58-50 v. Chr. eroberte er in mehreren Feldzuegen ganz Gallien und machte es zur roemischen Provinz. Durch Erfolge und sein starkes Herr war Caesar zu einer Macht gelangt, die den roemischen Senat mit Sorge erfüllte. Als sich Caesar zum zweiten mal für das Amt des Konsul, bewarb, beschloss der Senat daß Caesar sein Heer entlassen und auf seine Provinzen in Gallien verzichten muesste. Caesar marschierte in Rom ein und vertrieb seine Gegner. Ihm wurde die Diktatur auf Lebenszeit übertragen. Damit war er an der Spitze des Römischen Reiches gerückt. Er begann seine Pläne zur Erneuerung Roms durchzuführen, änderte das römische Recht und führte den Julianischen Kalender, auf den der heute übliche Kalender zurückgeht ein. Doch der Widerstand gegen seine Alleinherrschaft wuchs und es kam zu einer Verschwörung gegen Ihn. Caesar wurde 44 v. Chr. in den Iden des März ermordet.

 

Augustus *63 v. Chr. + 14n. Chr.

Imperator Caesar Divi Filius Augustus

Regierungszeit 43 v. Chr. -14 n. Chr.

 

Die von Augustus angenommenen Titel waren das Vorbild für die Titulatur aller nachfolgenden römischen Kasier.

Geboren in Rom am 23 September 63 v. Chr. als Caius Octavius (Octavian) Bei der Adoption durch Julius Caesar (8. Mai 44 v. Chr.)

Caius Julius Caesar. Der Familienname "Caesar" wandelte sich bei späteren Kaisern zum Titel.

Bei der Vergöttlichung Julius Caesars im Jahre 42 v. Chr. "Gaius Julius Caesar Divi filius Imperator"

Seit 40 v. Chr. liess Octavian den Namen Julius und seinen Vornamen Gaius weg und verlegte den Titel -Imperator - von hinten nach vorn. -Imperator Caesar Divi filius >Imperator Caesar< wurde zur üblichen Nomenklatur fuer alle folgenden römischen Kaiser bis ins vierte Jahrhundert.

Neuer Titel >Augustus< bei der Thronerhebung am 16 Januar 27 v. Chr. vom Senator verliehen. -Imperator Caesar Divi filius Augustus-; dies wurde dauerhafter Bestandteil des Kaisertitels, dem gewöhnlich der Eigenname folgte.

Am 06. Maerz 12 v. Chr., nach dem Tod des Lepidus >Pontifex Maximus< (oberster Priester)

Am 5. Februar 2 v. Chr. vom Senat verliehen Ehrentitel >Pater Patriae< (Vater des Vaterlandes)

Konsul erstmals 43 v. Chr. danach II (33v. Chr.), III (31v. Chr.), IV (30 v. Chr.), V (29 v. Chr.), VI (28 v. Chr.), VII (27 v. Chr.), VIII (26 v. Chr.), IX (25 v. Chr.), X (24 v. Chr.), XI (23 v. Chr.), XII (5 v. Chr.), XIII (2 v. Chr.)

21mal zum >Imperator< ausgerufen, erstmals 43 v. Chr.

Tribunizische Amtsgewalt erstmals 23 v. Chr. (bei der zweiten Verfassungsreform); jährlich erneuert am 26 Juni.

Vollständiger Titel zum Zeitpunkt seines Todes:

Imperator Caesar Divi filius Augustus, Pontifex Maximus, Consul XIII, Imperator XXI, Tribuniciae potestatis XXXVII, Pater patriae

Gattinen

1. Claudia 43 v. Chr.
2. Scribonia 40 v. Chr.
3. Livia Drusilla 38 v. Chr.

Kinder

Julia (von Scribonia)

Starb am 19 August 14 n. Chr. an einer Erkrankung in Nola, Campanien; beigesetzt im augustischen Mausoleum.

Die Bedeutung des Augustus für das Überleben der römischen Zivilisation kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er strebte an die Macht, als die Republik in rapidem Verfall begriffen war und ging aus dem Chaos als Sieger über alle Rivalen hervor, um die Zügel der Regierung zu ergreifen. Sobald er an der Macht war, machte er sich behutsam an eine grundlegende Reorganisation des Verwaltungssystems, die angeblich der Wiederherstellung der Republik dienen sollte, Augustus de facto jedoch immer mehr Macht sicherte.

Unter Augustus wurde einen neue Moral propagiert. Zu seinen Maßnahmen gehörte ein Gesetz (lex Julia), das die Geburtenrate erhöhen sollte. Danach war es Junggesellen verboten, Vermächtnisse anzunehmen und verheiratete kinderlose Männer mußten von einer Erbschaft einen erheblichen Teil als Steuern abführen. Ein späteres Gesetz belohnt Eltern von drei Kindern mit Steuerbefreiung. Dies war typischer Zug der Augusteischen Epoche-eine kleinliche Bürokratie begann alle Bereiche des Lebens zu beherrschen. Sogar in Literatur und Kunst verschwand die frühere Vitalität unter den vom Kaiser geforderten Beschränkungen in Fragen der Moral. Dennoch empfanden konventionelle, keineswegs weniger begabte Männer wie Vergil, Horaz und Livius die neue Atmosphäre als ihrer Arbeit zuträglich. - Die Mehrzahl der Menschen-Bürger wie Provinziale-profitierten von der Pax Romana. In der Tat war Augustus der erste römische Staatsmann, der konstruktiv Anteil am Wohlergehen der Provinzen nahm, nachdem er zwischen 27 und 29 v. Chr. einen großen Teil seiner Zeit mit Reisen im Westen und Osten zugebracht hatte. Er übernahm auch das Programm zur Stadterneuerung Roms, daß durch den Tod Caesars nicht vollendet wurde, und drückte der Stadt seinen eigenen energischen Stempel auf. Von Ihm stammt der stolz und oft zitierte Ausspruch, er habe Rom als eine Ziegelstadt vorgefunden und sie als Marmorstadt zurückgelassen.

 

Tiberius *42 v. Chr. + 37 n. Chr.

Tiberius Caesar Augustus

Regierungszeit 14-37 n. Chr.

 

 

Geboren in Rom am 16 November 42 v. Chr. Tiberius Claudius Nero. Bei der Adpotion durch Kaiser Augustus (4. n. Chr.) Tiberius Julius Caesar

Bei der Inthronisierung am 19. August 14 n. Chr. Tiberius Caesar Augustus

Im März 15 n. Chr. hinzugefügt Pontifex Maximus

Häufig stilisiert als >Sohn des vergöttlichten Augustus (Divi Augusti filius)

Tribunizische Amtsgewalt erstmals am 26. Juni 6 v. Chr. für einen Zeitraum von fünf Jahren bis zum 25. Juni 1 v. Chr.; auf Dauer seit dem 26. Juni 4, jährlich erneuert.

Imperator erstmals 9 v. Chr. danach II (8 v. Chr.), III (6v. Chr.), IV (8 n. Chr.), V (9n. Chr.), VI (11 n. Chr.), VII (13 n. Chr.), VIII (16n. Chr.).

 

 

Konsul I (13 v. Chr.), II (7 n. Chr.), III (mit Germanicus, 18 n. Chr.), IV (mit Drusus, 21 n. Chr.), V (mit Sejanus, 31 n. Chr.).

Vollständiger Titel zum Zeitpunkt seines Todes:

Tiberius Caesar Divi Augusti filius Augustus, Pontifex Maximus, Tribuniciae potestatis XXXIIX, Imperator VIII, Consul V

Gattinnen:

1. Vipsania Agrippina 16 v. Chr.
2. Julia 11 v. Chr. (geschieden 2 v. Chr.)

Kinder:

Nero Claudius Drusus (mit Vispinia); ein Sohn mit Julia, starb kurz nach der Geburt

Starb in Misenum am 16. Maerz 37 n. Chr. (erdrosselt ?); Asche im Mausoleum des Augustus beigesetzt.

 Tiberius, der einer früheren Ehe von Augustus’ dritter Frau Livia entstammte, hatte im Dienst an den europäischen Grenzen Hervorragendes geleistet. Gemeinsam mit Drusus hatte er im Jahr 15 v. Chr. die Provinz Rätien annektiert, und später (12 v. Chr.) gewann er Pannonien. Nach dem Tod des Drusus 9 v. Chr. erhielt Tiberius das Kommando über die germanischen Feldzüge. Drei Jahre später, nach dem er unter Zwang die Tochter des Kaisers geheiratet hatte (die sich bald als untreu erwies), gab er sein Amt auf und zog sich nach Rhodos zurück, wo er bis zur erneuten Übernahme des germanischen Kommandos im Jahr 4 n. Chr. blieb. So hatte er bis zu seiner Ernennung zum Kaiser 14 n. Chr. zwar umfangreiche militärische Erfahrungen gewonnen, auf dem Gebiet der Machtpolitik zugleich aber Illusionen eingebüßt.

Als Kaiser scheint er sich aufrichtig um eine Partnerschaft mit dem Senat bemüht zu haben, den er mit betontem Respekt behandelte. Seine Kritiker freilich behaupteten, das manche Maßnahmen, besonders Hochverratsprozesse, direkt vom Kaiser beeinflußt wurden, der sich so seiner persönlichen Feinde zu entledigen suchte. Nach dem Tod seines populären Neffen Germanicus (den manche Tiberius anlasteten), schwand die Beliebtheit des Kaisers. Von ehrgeizigen Frauen umgeben, darunter seine Mutter Livia und Agrippina, die Witwe des Germanicus, und in ständiger Furcht vor Intrigen, zog er sich schließlich aus Rom in die Einsamkeit eines Felsenpalastes auf Capri zurück. Er überließ die Regierungsaufgaben dem grausamen Präfekten der Prätorianergarde Sejanus. Gerüchte unterstellen Tiberius hemmungslose Ausschweifungen auf Capri.

 

  

Nero *37 + 68

Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus

Regierungszeit 54 - 68

 

Geboren in Antium am 15 Dezember 37 n. Chr. Lucius Domitius Ahenobarbus

Bei der Adoption durch Claudius Nero Claudius Caesar Drusus Germanicus

Bei der Inthronisierung am 13 Oktober 54 n. Chr. Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus 55 hinzugefügt >Pontifex Maximus< und >Pater patriae<

Vom Spätsommer 66 an (nach der Einsetzung des Tiridates): Imperator Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus

Tribunizische Amtsgewalt zuerst am 4 Dezember 54, jährlich erneuert am 13 Oktober.

Konsul I (55), II (57), III (58), IV (60), V (68) Imperator zuerst bei der Inthronisierung, dann II (56), II-IV (57), V-VI (58), VII (59), VIII-IX (61), X (64), XI (66), XII-XIII (67)

Vollständiger Titel zum Zeitpunkt seines Todes

Imperator Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus, Pontifex Maximus, Tribuniciae potestatis XIV, Imperator XIII, Consul V, Pater patriae

Gattinnen

1. Octavia 53 n. Chr.
2. Poppaea Sabina 62 n. Chr.
3. Statilia Messalina 66 n. Chr.

Kinder

Claudia (mit Poppaea Sabina )

Beging Selbstmord in Rom am 9. Juni 68 n. Chr.; beerdigt im Familiengrab der Domiti auf dem Pincianischen Hügel.

Nero wurde in den Jahren vor dem Tod seines Stiefvaters Claudius von seiner Mutter Agrippina d. J. sorgfältig auf das Amt des Kaisers vorbereitet. In den ersten Jahren regierte er unter dem Einfluß seines Lehrers Seneca, dem der Gardepräfekt Burrus zur Seite stand. Diese Periode zeichnete sich durch eine maßvolle Politik und eine kompetente Verwaltung au, doch als der Kaiser selbstständig zu herrschen begann, gewann eine Politik der Unberechenbarkeit die Oberhand. Mit dem Tod des Burrus und dem Rückzug Senecas aus der Politik (61) war die Periode der Mäßigung beendet. In diesem Jahr wurde auch - vermutlich auf Betreiben Neros - die Mutter des Kaisers ermordet.

Außenpolitisch konzentrierten sich die Ereignisse weitgehend auf die Unterwerfung Armeniens, wo Corbulo zwischen 57 und 60 beträchtliche Erfolge errang. Dessen Nachfolger büßte jedoch die Initiative ein, so daß nur eine eine Kompromißlösung erreicht werden konnte: eine nominelle Herrschaft Roms. Anderswo im Reich brachen Aufstände aus. In Britannien führte die Königin Boudicca im Jahr 60 ein großes Heer gegen die römische Besatzung, doch im Folgejahr wurden die Rebellen besiegt. In Judäa brach 66 ein weit kritischerer, anhaltender Aufstand aus. Die letzten Jahre der Regierung Neros wurden von der wachsenden Unbeliebtheit des Kaisers bestimmt. Der große Brand Roms (64) wurde Ihm angelastet, und die Tatsache, daß er sich danach in Herzen Roms eine riesige Stadtvilla baute, brachte die öffentliche Meinung noch mehr gegen ihn auf. Im Jahr 68 trieben den überspannten Kaiser ein Aufstand und die wachsende Unzufriedenheit der Prätorianergarde zum Selbstmord.

Nero starb im Alter von 32 Jahren an dem Tage, an den er einst seine Frau Octavia ermordet hatte. So groß war die allgemeine Freude über seinen Tod, daß das Volk mit Freiheitsmützen auf den Köpfen durch die Straßen lief. Dennoch fehlte es nicht an Leuten, die lange Zeit hindurch sein Grab mit Frühlings- und Sommerblumen schmückten und Brustbilder von ihm .... aufstellten.

 

Trajan

Imperator Caesar Divi Nerva Filius Nerva Traianus

Regierungszeit 98 - 117

Geboren am 18 September 53 in Italica, Spanien; Marcus Ulpius Traianus

Bei der Adoption im Oktober 97 Caesar Divi Nervae filius Nerva Traianus

Bei der Inthronisierung am 28 Januar 98 Imperator Caesar Divi Nervae filius Nerva Traianus Augustus

98 hinzugefügt >Pater patriae< Siegertitel >Germanicus<, Oktober 97; >Dacicus<, 102; >Parthicus<, 114; Im August oder September 114 hinzugefügt >Optimus<

Konsul sechsmal: 91, 98, 100, 101, 103, 112 n. Chr.

Zum Imperator ausgerufen bei der Inthronisierung; dreimal 101-102; zweimal 105-106; siebenmal 113-117

Tribunizische Amtsgewalt erstmals bei der Adoption (Oktober 97), erneuert am 10 Dezember 97, danach jährlich am 10 Dezember erneuert

Vollständiger Titel zum Zeitpunkt seines Todes

Imperator Caesar Divi Nervae filius Berva Traianus Optimus Augustus Germanicus Dacicus Parthicus, Pontifex maximus, Tribuniciae potestatis XXI, Imperator XIII, Consul VI, Pater patriae

Gattin

Pompeia Plotina

Starb in Selinus, Kleinasien, nach einem Schlaganfall am 7. August 117; zu Füßen der Trajanssäule begraben.

 Marcus Ulpius Trajanus wurde als Sohn eines ehemaligen Statthalters in der Nähe des spanischen Sevilla geboren. Er hatte in Spanien eine Legion befehligt und war Statthalter Obergermaniens, als er 44jhärig ins Prinziat gerufen wurde. Mir Leib und Seele Soldat, verbrachte er einen großen Teil seines Lebens auf Feldzügen. Nach seiner Wahl zum Kaiser verzögerte er sogar seine Rückkehr nach Rom, weil er es für notwendig hielt, unterwegs die Verteidigungsanlagen der pannonischen Grenze zu reorganisieren. Den dakischen Kriegen, die ihn viel Zeit und Energie kosteten, ließ er nach einer kurzen Pause die Ostfeldzüge folgen, die von 113 bis zu seinem Tod andauerten. In Rom tat er zwischen 106 und 113 viel zur Förderung der Wirtschaft Italiens. Die Häfen von Ostia (Hafen Roms) und Ancona wurden umfassend verbessert und neue Straßen zur Erleichterung des Warentransports gebaut. Zur Belebung der rasch verfallenden Landwirtschaft, die an Arbeitskräften- und Kapitalmangel litt, untersagte er die Auswanderung und hielt die Senatoren nachdrücklich zu Investitionen in italische Landgüter an. Als passionierter Bauherr bereicherte der Kaiser die Hauptstadt mit schönen öffentlichen Gebäuden, zu denen als berühmtester Komplex sein riesiges Forum mit der Basilika und den benachbarten Bibliotheken und Märkten, sowie der berühmten Trajanssäule zählt. Die lange Regierungszeit Trajans bedeutete eine Periode der Stabilität und wachsenden Wohlstand.

Hadrian

Hadrian *76 + 138

Imperator Caesar Traianus HadrianusAugustus

Regierungszeit 117 - 138

 

Geboren am 24 Januar 76 in Rom Publius Aelius Hadrianus Inthronisierung als Trajans Adoptivsohn am 11. August 117 Imperator Caesar Traianus Hadrianus Augustus, Pontifex maximus

Im Jahr 128 hinzugefügt >Pater patriae<

Konsul (108), II (118), III (119)

Imperator erstmals bei der Inthronisierung, danach II (135) bei der Beendigung des Jüdischen Kriegs

Tribunizische Amtsgewalt erstmals bei der Inthronisierung, erneuert am 10. Dezember 117, danach jährlich am 10. Dezember

Vollständiger Titel zum Zeitpunkt seines Todes

Imperator Caesar Traianus Hadrianus Augustus, Pontifex maximus, Tribuniciae potestatis XXII, Imperator II, Consul III, Pater patriae

Gattin

Vibia Sabina

Erlag am 10. Juli 138 in Baiae einer Krankheit; zuerst in Puteoli bei Baiae begraben, später im Garten der Domitia, Rom; Asche zuletzt im Mausoleum des Hadrian beigesetzt.

Hadrian gelangte zu ebendem Zeitpunkt an die Macht, als offenkundig wurde, daß Trajan sich übernommen hatte. Die im Osten entstandenen Verpflichtungen waren ungeheuer und bedeuteten die Aussicht auf lange kostspielige Kriege. Für Hadrian gab es nur eine Lösung des Problems: man mußte die von Trajan im Osten annektierten Gebiete aufgeben. Dies tat er nun unverzüglich gegen den Widerstand von einer kleinen Gruppe von nun Arbeitslosen Feldherren Trajans, deren potentielle Revolte durch das rasche Eingreifen des Senats im Keim erstickt wurde. Hadrians Leistungen sind mannigfaltig. Die wichtigste von Ihm ist wohl die demonstrierte Einheit des Reiches: Rom selbst war nur ein Teil des Ganzen, und alle Menschen waren einer einzigen Form der Herrschaft unterworfen - dem alten stoischen Ideal des universalen Gesetzes (ius gentium). Die Bedeutung die er den Provinzen zumaß, zeigt sich in der Tatsache, daß er von den 21 Jahren seiner Regierungszeit mindestens 13 außerhalb Italiens verbrachte.Durch das viele herumreisen, hinterließ er neugegründete Städte, große öffentliche Bauten und in den Herzen der Provinzbevölkerung die Gewißheit, daß der Kaiser zu Ihnen gehörte. Zwei große Leidenschaften prägten diesen ungewöhnlichen Herrscher: die einfühlende Bwewunderung griechischer Kunst und die Liebe zu dem bithynischen Knaben Antinous, der durch ungeklärte Umstände im Nil umgahm.

Seine Innenpolitik galt der Systematisierung des Verwaltungsapparats. Er teilte den Staatsdienst in zwei Sektoren - den militärischen und zivilen - , und erstmalig brauchte nun ein Mann vor seiner Aufnahme in die Zivilverwaltung nicht in der Armee gedient haben. In der Zivilverwaltung wurden Freigelassene aus den Schlüsselstellungen entfernt und der Verwaltungsapparat entwickelte sich zu einer Domäne des Ritterstandes. Zwar schwoll die Zahl der Zivilbeamten unweigerlich an, doch führte die Reorganisation im ganzen zu einer effizienteren Verwaltung.

Um seine Thronfolge zu sichern wählte der Kaiser Lucius Ceionius Commodus Verus zu seinem Nachfolger und formalisierte seine Wahl durch Adoption. Verus starb jedoch vor Hadrian, so daß neue Vorkehrungen erforderlich wurden. Hadrian adoptierte nun einen geachteten Senator, Titus Aurelius Antoninus, und erlegt ihm auf, seinerseits zwei Söhne zu adoptieren: Lucius Verus (Sohn des verstorbenen Commodus) und Marcus Aurelius (Neffe des Antoninus). Damit sicherte Hadrian nicht nur die friedliche Machtübernahme nach seinem Tod, sondern regelte die Thronfolge für den Rest des Jahrhunderts. Hadrian war ein ungewöhnlicher Mann. Ausgezeichnet durch Tatkraft und Organisationstalent, bewahrte er sich trotz der ihm zu Gebote stehenden ungeheuren Macht stets den Sinn für Maß und Ausgewogenheit. Vielleicht war dies zum Teil auf seine weitgefächerten Interessen zurückzuführen. Als passionierter Liebhaber der griechischen Kultur bewies er ein sachkundiges Interesse für Architektur, Wissenschaft, Literatur und Kunst. Mehr als jeder seiner Vorgänger konnte er für sich beanspruchen, eine Persönlichkeit klassich-griechischer Prägung zu sein

 

Marc Aurel * 121 + 180

Imperator Caesar Marcus Aurelius Antoninus Augustus

Regierungszeit 161 - 180

 

Mark Aurel, der Adoptivsohn des Antonius Pius, war ein gelehrter Kaiser, dessen philosphisches Werk Selbstbetrachtungen einen überaus selbstkritischen Mann offenbart, der sich den Verpflichtungen seines Amtes beugte. Im Bewußtsein der Größe seiner Aufgabe ernannte er sogleich den zweiten Adoptivsohn des Antonius, Lucius Verus, zum Mitregenten, dem er zweifellos von vornherein die militärische Führung des Staates zugedacht hatte.

Bald nach Mark Aurels Amtsantritt fielen die Parther in Armenien ein, und Verus wurde als Oberbefehlshaber in den Osten entsandt, um die Lage wiederherzustellen. Die siegreiche Armee brachte jedoch die Pest mit nach Rom, die dann jahrelang im ganzen Reich wütete. Zu diesem Zeitpunkt (166) durchbrachen die Nordbarbaren die Grenze. Der Kaiser übernahm persönlich den Oberbefehl der Truppen und machte Carnuntum zu seinem Hauptquartier. Von hier aus befreite er zunächst die Provinzen vin den Invasoren und stieß dann tief in feindliches Gebiet vor (Verus, der ihn begleitete, starb 169). Mark Aurel verbrachte - bis auf eine durch die Situation in Syrien bedingte Abwesenheit - den größten Teil seiner Amtszeit mit Kämpfen an der Nordgrenze, wo er 180 in Wien starb. Obwohl er sein eigentliches Ziel - Annexion neuer Gebiete nördlich der Rhein-Donau-Grenze - nicht erreichte, hatte er mit der massenhaften Deportation und Neuansiedlung von Germanen und Sarmaten den Druck auf die Grenze beseitigt und zugleich dazu beigetragen, die durch Arbeitskräftemangel und Bevölkerungsrückgang im Inland bedingte Probleme zu lindern. Seine Innenpolitik war menschenfreundlich, doch zwang ihn eine wachsende Wirtschaftskrise zu einer Abwertung des Geldes. Seine Regelung der Thronfolge ist schwer zu begreife: er gab die Politik Trajans und Hadrians auf und entschied, nicht einen nach Eignung ausgewählten Erben, sondern seinen Sohn Commodus zum Nachfolger zu ernennen.

 

Diocletian * 240 + 313

Imperator Caesar Gaius Aurelius Valerius Diocletianus Pius Felix Invictus Augustus

Regierungszeit 284 - 305

 

Im Jahr 284 proklamierten die Prätorianer Diokletian zum Kaiser. Dieser Mann, der als Sohn eines Freigelassenen in Illyrien geboren worden war und allein durch seine Fähigkeit eine große Karriere gemacht hatte, sollte Rom zwanzig Jahre lang regieren. Während seiner Amtszeit wurde der Anarchie Einhalt geboten, eine starke Herrschaft errichtet und der Regierungsapparat völlig neu geordnet.

Diokletian mußte sich mit drei gewaltigen Problemen auseinandersetzen, die eng miteinander verzahnt waren: der Wirtschaftskrise, der dringenden Reorganisation der Armee sowie der Neuordnung der veralteten Verwaltungsstrukturen des Reiches.

In der Erkenntnis, daß ein einziger Mann ein so riesiges Gebiet allein nicht effizient regieren konnte ernannte er 286 Maximian zum Mitregenten mit dem Titel Augustus und vertraute ihm die Regierung der westlichen Reichshälfte an, während er selbst von Nikomedia in Kleinasien aus den Osten regierte. Sieben Jahre später ernannten beide Augusti je einen Mitregenten: Constantius Chlorus und Galerius, die den Titel Caesar (Unterkaiser) erhielten. Das Reich wurde nun -viergeteilt- zu einer Tetrarchie (Viererherrschaft): Diokletian übernahm die Ostprovinzen, Galerius den Donau- und Balkanraum, Maximian behielt Italien und Afrika, während Constantius Spanien, Gallien und Britannien regierte. Diese vier Regionen, deren höchster Verwaltungsbeamter jeweils ein Präfekt war, wurden in einer Reihe von Diözesen aufgeteilt, die einem vicarius unterstanden, und jede Diözese wiederum in Provinzen (von denen es nun über hundert gab) mit Satthaltern an der Spitze. Der Verwaltungsaufbau war im wesentlichen zivil, denn jede Provinzarmee unterstand nun einem militärischen Befehlshaber, dem sogenannten dux. Das neue Konzept formalisierte nun damit die Trennung von militärischer und ziviler Gewalt: es ermöglichte ein hohes Maß an militärischer Flexibilität und verhinderte zugleich die Akkumulation von Macht in den Händen eines einzelnen Statthalters. Im ganzen bewirkten die Reformen zwar eine Erhöhung der staatlichen Leistungsfähigkeit, doch wurde diese durch das Entstehen einer aufgeblähten Bürokratie beeinträchtigt, die dem schrumpfenden Anteil der tatsächlichen in den Produktionsbereichen arbeitenden Bevölkerung noch größere Lasten aufbürdete.

Die Errichtung der Tetrachie war ein wohlüberlegter Versuch, die friedliche Thronfolge im Reich zu sichern: Diokletian und Maximian sollten als Augusti zwanzig Jahre regieren, in denen die beiden Caesares ihnen untergeordnet bleiben würden. Nach der Abdankung der Augusti sollten die beiden Caesares ihren Platz einnehmen und selbst Caesares ernennen. Das Prinzip war vernünftig, und am 1 Mai 305 dankten Diokletian und Maximian wie vorgesehen ab. Doch kam es fast unmittelbar darauf unter den potentiellen Nachfolgern zu Zwistigkeiten. Ein schwächerer Mann hätte sich veranlaßt gesehen, die Macht wieder an sich zu reißen - nicht aber Diokletian: sein Entschluß stand fest, und er verbrachte seine letzten Lebensjahre im Frieden seines Palastes.

Seine Leistungen waren beträchtlich gewesen. Er war kein großer Erneuerer, doch seine Fähigkeit, ein Problem klar zu durchschauen und die effektivste Lösung auszuwählen, bot den zerstörerischen Kräften, die das Reich zu zerreißen drohten, vorläufig Einhalt. Als Diokletians Werk abgeschlossen war, sah Rom bereits der byzantinischen Welt, zu der es werden sollte, ähnlicher als dem klassischen Reich, das es einst war.

 

Constantinus (Konstantin der Große) * um 280 + 337

Imperator Caesar Flavius Constantinus Pius Felix Invictus Augustus

Regierungszeit 306 - 337

 

Konstantins Triumphbogen in Rom

 

zum Seitenindex
das kaierliche Rom
zur Hauptseite