Kaiserliche Mausoleen

 

 

Das Mausoleum des Kaiser Augustus in plastischer Rekonstruktion.

Im Jahre 28 v. Chr. ließ sich Caesar Augustus sein Mausuleum errichten. Es hatte ein rundes Fundament nach dem Vorbild der etruskischen "tumuli" (Rundgräber) und maß 90 m im Durchmesser und 42 m in der Höhe. Es ruhte auf einem zylindrischen Pfeiler und darauf stand das Standbild des Kaisers aus vergoldeter Bronze. Auch hatte es eine Reihe von Gängen in konzentrischen Kreisen, die mit Gewölben abgedeckt waren. Rund um den Mittelpfeiler befand sich die Krypta. Der Zugang zum Mausoleum erfolgte durch einen Korridor, der durch die kreisförmigen Gänge zu drei Nischen führte; eine davon befand sich gegenüber dem Eingang, zwei an den Seiten. Diese Nischen trugen die Urnen der kaiserlichen Familie. Hier waren Marcellus, Gaius und Lucius, die Neffen des Kaiser, beigesetzt. Ferner Agrippa, sowie Octavia, seine Schwestewr; Drusus, Germanicus; Livia seine Frau; ferner Tiberius, Galigula, Claudius und Nerva. Viel später dann Julia Domina, die Frau Septimus Severus.

Der Eingang zum Mausoleum war mit zwei Obelisken aus rosa Granit flankiert. Einer von ihnen befindet sich heute auf der Piazza dell'Esquilino und der andere auf dem Qurinalsbrunnen. Daneben waren an zwei Pfeilern die Bronzetafeln angebracht, die das politische Testament des Augustus enthielten. Der gesamte Text des Testaments, der im Original leider verloren ging, wurde uns durch eine Kopie überliefert, die im Tempel der Roma und des Augustus in Ankara (Ancyra) eingraviert war. So wird dieses berühmte geschichtliche Dokument oft auch als "Monument Ancyranum" zitiert. Es ist auch in Bronzelettern auf dem modernen Sockel des Ara Pacis Augustae in der Via Ripetta angebracht.

 

Das Mausoleum des Augustus heute

  

 

 

 

 

Das Mausoleum des Hadrian (132-139 n. Chr.):

plastische Rekonstruktion, mit der Engelsbrücke wie sie bis zum vorigen Jahrhundert aussah; unten die Brücke des Nero, die heute nicht mehr existiert.

Kaiser Hadrian ließ gegen das Jahr 130 n. Chr. für sich und seine Nachfolger ein Mausoleum bauen. Heute ist es unter dem Namen Castel Sant' Angelo oder Engelsburg bekannt. Das Mausoleum wurde ein Jahr nach dem Tod des Kaisers im Jahre 138 n. Chr. fertiggestellt. Es besteht aus einem quadratischen Fundament von jeweils 90 m Seitenlänge und einer Höhe von 15 m. Darüber erhebt sich ein zylindrischer Tambour, der innen durch ein radiales Mauersystem mit Gewölbeüberdachung unterteilt wird. Der Oberteil war mit Erde und mit Zypressen bedeckt, und auf der Spitze muß die Bronzequadriga oder ein Standbild des Kaisers gestanden haben. Das Äußere des Mausoleums war mit Travertin verkleidet, das Innere mit Marmor und Stuckdekorationen. Der zylindrische Sockel und sein oberer Abschluß waren mit Marmor und Bronzestatuen geschmückt. Die Außenmauer schmückten Pfauen aus Bronze, zwei davon sind noch im Vatikanischen Museum zu sehen. Die Grabkammer erreichte man über eine Wendeltreppe. Im Mausoleum waren Hadrian, seine Frau Sabina, Antonius Pius und seine Frau Faustina, Lucius Verus, Mark Aurel, sein Sohn Commodus, Septimius Severus und sein Sohn Caracalla beigesetzt. Schon zu Zeiten des Aurelian wurde das Bauwerk in eine Festung umgewandelt und es hatte eine Schlüsselposition bei der Verteidigung des rechten Tiberufers. In späteren Jahrhunderten wurde es die Zuflucht der Päpste, wenn es aufgrund von politischen Ränkespielen zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam.

Die Engelsburg, das frühere Mausoleum des Hadrian, unten die moderne Brücke Vittorio Emanuele

 

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