Die Porta Nigra als Doppelkirche im Mittelalter

 

Rekonstruktion der Simeonskirche mit Porta Nigra und dem Simeonstor um 1370. Leider gibt es von der Nordseite, der Landseite, keine zuverlässige bildliche Wiedergabe. Alle bekannten Darstellungen, hauptsächlich aus dem 18. und 19. Jh., sind in ihren Detailwiedergaben sehr unterschiedlich, oft gar unklar. Die Verbindung zwichen antiker und christlicher Architektur schuf hier einen großartigen Baukomplex, der mit seinem fast burgähnlichen Aussehen einen besonderen Akzent im Trierer Stadtbild setzte.

 

Die Simeonskirche (Porta Nigra) mit Umgebung um 1500, von Süden, Stadtinneren, gesehen. Die Porta Nigra überdauerte das Unheil der Zeiten von allen römischen Großbauten mit dem geringsten Substanzverlust. Diese Tatsache verdankt sie einem frommen, in Sizilien geborenen Griechen namens Simeon., der wahrscheinlich nach 1030 eine Einsiedlerzelle in der Porta Nigra einrichtete. Er war ein Freund Erzbischof Poppos von Babenberg (1046-1047), der ihn anläßlich einer Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten in Palästina (zwischen 1028 und 1030) kennen lernte und mit nach Trier brachte. Schon bald nach dem Tod des Eremiten im Jahre 1034 ließ Erzbischof Poppo Simeon (1035) heiligsprechen und stiftete zu seinen Ehren ein Kanonikerstift, das westlich der Porta Nigra erbaut wurde. Die Porta Nigra selbst ließ er zu einer Doppelkirche, St. Simeon, ausbauen.

Dieser Maßnahme verdankt das bedeutendste römische Bauwerk auf deutschem Boden, daß es nicht gleich wie den übrigen Stadttoren Triers wilder Stein- und Materialräuberei zum Opfer fiel.

1804 verfügte Napoleon die Auskernung der Porta Nigra bis auf die römische Bausubstanz.

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