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Gallisches Sonderreich
Als um die Mitte des 3 Jh. das römische Reich sich in
einer Jahrzehnte hinstreckenden Finanzkrise befand, sowie Schwierigkeiten
an den Grenzen des Reiches, die im Norden u.a. zum Verlust des
obergermanischen Limes (zwischen 254 und 260) und der Rücknahme
der Reichsgrenze an den Oberreihn führten, sorgten Machtkämpfe
wieder einmal für Unsicherheiten In einem solchen Zusammenhang
steht auch die Ausrufung des Nebenkaisers und Usurpators Postumus
(260-269) durch meuternde Soldaten, der sich der Zentralgewalt
widersetzte und ein gallisches Sonderreich ausrief. Er machte
Trier zur Hauptstadt Galliens und wählte Köln zu seiner
Residenz, residierte allerdings auch zeitweise in Trier. Nach
seinem Tod trat der Gardepräfekt Victorinus (269-271) die
Nachfolge an, der 271 Mörderhänden zum Opfer fiel.
Nachfolger von Victorinus wurde Tetricus (271-274), er war der
letzte der gallischen Sonderkaiser und verlegte wegen der Unsicherheit
in den Rheinstädten seine Residenz nach Trier. Kaiser Aurelian
(270-275) gelang es, wieder Ordnung zu schaffen und Gallien im
Jahre 274 nach der Kapitulation des Tetricus in das Gesamtreich
zurückzuführen. |