|
Die großen Wanderbewegungen der Westgoten, Alanen, Sueben
und Vandalen durch die römische Welt zerstörten die
morsche Einheit des Westens. Innerhalb von etwa fünfzig
Jahren seit dem ersten auftauchen der Westgoten an der Donau
375 zerfiel das Westreich. Afrika war an die Vandalen verloren,
die Sueben hatten Teile Spanien besetzt, Westgoten sich in Südgallien
niedergelassen, Britannien war von Sachsen überschwemmt
worden, und in Germanien und dem Norden und Osten Galliens mußte
man die Siedlungen von Franken, Alemannen und Burgundern dulden.
Nach der Absetzung des Kaisers Romulus
Augustulus 476, ließ der Germane Odoaker (der ihn beseitigt
hatte), den Kaiser des Ostens wissen, daß es nicht nötig
sei, ihn zu ersetzen; er selbst werde sich der Reste des Westreichs
annehmen. Damit hatte 1200 Jahre nach dem traditionellen Gründungsdatum
Rom zu existieren aufgehört. |